Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um private 5G-Campusnetze und Network Slicing

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Typische Projektlaufzeiten für 5G‑Campusnetze liegen – von erster Anforderungsaufnahme bis stabiler Go‑Live‑Betrieb – in der Praxis meist bei etwa 6 bis 12 Monaten, abhängig von Use Cases, Standortkomplexität und Regulatorik.

Der Anschluss an ein bestehendes Netz (Industriepark, Operator-/Brownfield‑Modell) ist in der Regel deutlich schneller und mit weniger Eigenaufwand umsetzbar als ein vollständiger Neuaufbau eines eigenständigen Campusnetzes (Greenfield‑Modell).

Beispiel: Anschluss an bestehendes Netz (Brownfield / Industriepark, Operator‑Modell)
Hier wird das Campusnetz logisch oder technisch an ein bereits existierendes Netz (z. B. eines Industrieparks mit vorhandener 5G‑Infrastruktur oder Mobilfunkoperators) angehängt.

Typische Auswirkungen

• Kürzere Projektlaufzeit:

• Core‑Infrastruktur, Betriebsprozesse und Managementsysteme existieren bereits.

•Fokus liegt stärker auf Funkausbau am Standort, Integration der Campus‑SIMs, QoS‑/Slice‑Konfiguration und IT/OT‑Integration.

• Ergebnis: Realistisch häufig im Bereich 3–9 Monate bis Go‑Live, je nach Komplexität.

• Geringerer Eigenaufwand: Betreiber übernimmt Betrieb, Monitoring, Security‑ und Update‑Prozesse. Unternehmens‑IT/OT muss „nur“ Schnittstellen und Security‑Zonen definieren.

• Weniger Gestaltungsfreiheit, Abhängigkeit vom Provider/Industriepark: Architektur, Feature‑Roadmap, Release‑Zyklen und teilweise auch Spektrum liegen beim Provider.

Ein 5G-Campusnetz entfaltet seinen größten Wert überall dort, wo zuverlässige, schnelle und sichere Konnektivität für Maschinen, Fahrzeuge und Menschen gleichzeitig gefordert ist: in der Produktion, Intralogistik, auf weitläufigen Geländen. Für ein kleines Bürogebäude ohne mobile Maschinen ist klassisches WLAN oft die bessere Wahl – das sagen wir Ihnen auch klar, wenn wir Ihre Situation analysieren.

WLAN ist für Büroumgebungen ausgelegt, nicht für Industrie. Auf großen Geländen entstehen Funklöcher. Mehrere Systeme konkurrieren um die gleiche Frequenz. Bei sicherheitskritischen Anwendungen fehlt die garantierte Verfügbarkeit. 5G bietet exklusive Frequenzen, unterbrechungsfreies Roaming über Gelände und konfigurierbare Latenz.

Pauschalpreise sind seriös nicht zu nennen, weil sie stark von Geländegröße, Anzahl der Antennen und gewählten Use Cases abhängen. Was wir sagen können: Marktdaten zeigen, dass 87 % der Unternehmen bereits im ersten Jahr einen messbaren ROI erzielen. In einem persönlichen Gespräch helfen wir Ihnen, eine Größenordnung für Ihre spezifische Situation abzuleiten.

Wichtiger als die Technologie ist die Frage: Welche Prozesse sollen verbessert, welche Use Cases realisiert werden? Genau dabei helfen wir Ihnen – unabhängig von Anbieterinteressen. Wer zuerst die Anwendungsfälle klärt, trifft später die besseren Technologieentscheidungen.

Die laufenden Kosten setzen sich hauptsächlich aus drei Komponenten zusammen: der Slice-Gebühr (abhängig von Bandbreite und garantierter Leistung), den Wartungs- und Support-Kosten sowie den Energiekosten für die Infrastruktur. Bei einem Anschluss an ein bestehendes Industriepark-Campusnetz sind die laufenden Kosten typischerweise 30-50% niedriger als bei einem komplett eigenen Netz, da Infrastruktur und Betriebskosten geteilt werden. Durchschnittlich bewegen sich die Gesamtkosten je nach Größe zwischen 15.000 € und 50.000 € pro Jahr.

Ja, in den meisten Fällen. Private 5G ist explizit darauf ausgelegt, bestehende Infrastruktur zu ergänzen, nicht zu ersetzen. Viele industrielle Geräte können über Adapter oder Gateways an das 5G-Netz angebunden werden. Für neue Anwendungen wie autonome mobile Roboter oder IoT-Sensoren werden 5G-fähige Geräte benötigt, aber Ihre bestehende Produktionsausrüstung kann in der Regel beibehalten und schrittweise modernisiert werden. Eine genaue Bestandsaufnahme erfolgt in der Beratungsphase.

Industrieparks mit 5G-Campusnetzen bieten ihren Mieterfirmen typischerweise maßgeschneiderte Service Level Agreements (SLAs), die hohe Verfügbarkeit, schnelle Reaktionen und Redundanz priorisieren, um kritische Produktionsprozesse abzusichern.

Diese Angebote variieren je nach Parkbetreiber (z.B. Infraserv Höchst, o2 Business), sind aber oft mandantenfähig für isolierte Netz-Slices pro Kunde.

SLA-Vereinbarungen
• SLAs definieren garantierte Leistungen wie Latenz (<20 ms), Throughput (>50–70 Mbps), Packet Loss (<0,1%) und Verfügbarkeit (99,9–99,999%

Reaktionszeiten
• Für kritische Vorfälle (P1: Systemausfall) typisch 2–4 Stunden On‑Site‑Response, oft mit 24/7‑Hotline.

• Prioritätsstufen: P1 (2–4 Std.), P2 (4–8 Std.), P3 (nächster Werktag); angepasst an Industrieanforderungen wie Produktionslinien.

Redundanzen
• Mehrfache Pfade im RAN/Core (z.B. Dual‑Slicing, Multi‑Operator‑Fallback),
• redundante Stromversorgung und Transportnetze (Glasfaser + Backup).
• KRITIS‑konform: Hohe Sicherheitsstandards mit Failover auf LoRaWAN/WLAN oder öffentliche Netze.

Backup-Lösungen
• Automatische Failover zu 5G‑Mobilfunk, Richtfunk oder alternativen WANs (z.B. innerhalb Millisekunden); inkl. dedizierter Backup‑SIMs pro Slice.
• Redundante Core-Platzierung (On‑Prem + Cloud) für nahtlosen Switch; oft mit automatisierter Traffic‑Steuerung.

24/7-Support
• Rund‑um‑die‑Uhr‑Monitoring und Support durch dedizierte Teams, inkl. On‑Site‑Präsenz für schnelle Interventionen (z.B. 2‑Std.‑SLA).
• Proaktives Management: Echtzeit‑Überwachung, automatisierte Alarme und regelmäßige Audits; oft mit dediziertem Key Account Manager pro Mieter.

Das hängt vom gewählten Betriebsmodell ab. Bei einem Managed Service übernimmt der Netzbetreiber bzw. Dienstleister die technische Verwaltung, Wartung und Überwachung des Netzes. Ihr IT-Team benötigt dann nur grundlegendes Know-how für die Verwaltung von Zugriffsrechten und die Integration von Endgeräten. Für komplexere Use Cases oder bei vollständig selbst betriebenen Netzen empfehlen wir mindestens eine geschulte Fachkraft. Wir bieten auch Schulungen für Ihr bestehendes Personal an.

O2 Business ist ein exzellenter Netzbetreiber und unser Kooperationspartner. KTEL berät Sie strategisch und herstellerunabhängig davor: Welche Use Cases sind für Ihr Unternehmen sinnvoll? Welche Investition rechnet sich? Welche Anforderungen müssen im Lastenheft stehen? Wir positionieren Sie so, dass Sie in Gesprächen mit Netzbetreibern selbstbewusst und informiert auftreten.

Ihr Slice ist durch mehrere Sicherheitsebenen geschützt: Erstens erfolgt eine strikte logische Trennung auf Netzwerkebene – andere Unternehmen haben keinerlei Zugriff auf Ihren Slice. Zweitens werden alle Daten Ende-zu-Ende verschlüsselt übertragen. Drittens können Sie zusätzliche Sicherheitsrichtlinien wie Firewalls, Zugriffskontrollen und SIM-basierte Authentifizierung implementieren. Bei sensiblen Daten können auch On-Premise-Edge-Computing-Lösungen eingesetzt werden, sodass kritische Daten Ihr Gelände nie verlassen.

Ja, bei korrekter Konfiguration. Network Slicing garantiert Ihnen dedizierte Ressourcen (Bandbreite, Latenz, Anzahl Verbindungen), die ausschließlich Ihnen zur Verfügung stehen. Der Unterschied zu einem komplett eigenen Netz liegt hauptsächlich in der gemeinsam genutzten physischen Infrastruktur, während die Leistung und Isolation identisch sind. Für die meisten industriellen Anwendungen ist Slicing vollkommen ausreichend und bietet dabei erhebliche Kostenvorteile. Nur bei extremen Sicherheitsanforderungen (z.B. militärische Anwendungen) kann ein vollständig dediziertes Netz erforderlich sein.

Unterschied lokale Lizenzen für einen Industriepark vs. Anschluss an bestehendes Netz eines Providers

• Bei einer lokalen Lizenz beantragt der Industriepark-Betreiber eigene Frequenzen (3,7-3,8 GHz) bei der Bundesnetzagentur und betreibt ein eigenständiges, vom öffentlichen Netz unabhängiges 5G-Campusnetz mit voller Kontrolle über Daten, Sicherheit und Netzressourcen.

• Beim Anschluss an ein bestehendes Provider-Netz nutzt der Industriepark hingegen die Infrastruktur eines Mobilfunkanbieters (Telekom, Vodafone, O2), wobei entweder dedizierte Netzkapazitäten reserviert werden oder hybride Lösungen zum Einsatz kommen, bei denen keine eigene Frequenzlizenz erforderlich ist.
Bundesnetzagentur-Verfahren

• Das Antragsverfahren bei der Bundesnetzagentur erfolgt seit November 2019 elektronisch über www.bundesnetzagentur.de/lokalesbreitband und wird als einfaches, unbürokratisches Verwaltungsverfahren beschrieben, bei dem Frequenznutzungskonzepte und Betreiberabsprachen mit benachbarten Nutzern vorzulegen sind.

• Die Lizenz wird für ein konkretes Grundstück (Industriepark, Werksgelände) vergeben, wobei die „Use it or lose it“-Regel gilt: Innerhalb von 12 Monaten nach Zuteilung muss die Nutzung aufgenommen werden, andernfalls fällt die Frequenz an die Bundesnetzagentur zurück.
Kosten

• Die Lizenzgebühr berechnet sich nach der Formel: 1.000 € (Sockelbetrag) + B × t × 5 × (6 × a1 + a2), wobei B die Bandbreite (10-100 MHz), t die Laufzeit in Jahren und a1/a2 die Fläche in km² (Siedlungs- bzw. andere Flächen) darstellen – beispielhaft können für 40 MHz, 10 Jahre und 0,2 km² etwa 2.800 € anfallen.

• Zusätzlich zu den Lizenzgebühren entstehen einmalige Kosten für Planung, Infrastruktur und Sendetechnik sowie laufende Betriebs- und Wartungskosten, wobei Gesamtinvestitionen je nach Umfang im sechs- bis siebenstelligen Bereich liegen können – einfache Starterkits beginnen bei etwa 75.000 €.

Zeitaufwand bis go-live
• Nach erfolgreicher Beantragung und Zuteilung der Frequenzen durch die Bundesnetzagentur müssen innerhalb von 12 Monaten die Netzinfrastruktur aufgebaut und die Nutzung aufgenommen werden, wobei die tatsächliche Projektdauer stark von Größe, Komplexität und gewähltem Betriebsmodell abhängt.

• Die Bearbeitungszeit des Antrags bei der Bundesnetzagentur selbst wird als zügig beschrieben – konkrete Zeitangaben variieren projektabhängig, jedoch zeigen Praxisbeispiele, dass zwischen Antragstellung und tatsächlichem Netzbetrieb typischerweise mehrere Monate bis über ein Jahr vergehen können.

Absolut, und wir empfehlen diesen Ansatz ausdrücklich. Ein typisches Vorgehen ist: Start mit 1-2 konkreten Use Cases in einem definierten Bereich (z.B. eine Produktionslinie oder ein Lagerbereich), Sammeln von Erfahrungen über 3-6 Monate, Messung der KPIs und des ROI, dann schrittweise Ausweitung auf weitere Bereiche. Dies minimiert das Risiko und ermöglicht es Ihrem Team, Expertise aufzubauen. Die Infrastruktur ist von Anfang an skalierbar konzipiert.

Die Hauptunterschiede liegen in drei Bereichen: Erstens bietet 5G deutlich niedrigere Latenzen (1-5ms vs. 20-30ms bei 4G), was für zeitkritische Anwendungen wie Robotersteuerung essentiell ist. Zweitens unterstützt 5G eine wesentlich höhere Gerätedichte (bis zu 1 Million Geräte pro km² vs. 100.000 bei 4G), wichtig für umfangreiche IoT-Implementierungen. Drittens ermöglicht 5G durch Network Slicing die Garantie spezifischer Leistungsparameter für unterschiedliche Anwendungen. Für viele aktuelle Anwendungen reicht 4G aus, aber 5G bietet mehr Zukunftssicherheit.

Möchten Sie tiefer in die technischen Details eintauchen?
Unser Kooperationspartner O2 Business bietet auf seiner Website umfassende technische Dokumentation zu 5G-Campusnetzen, Architekturmodellen und Frequenzfragen: www.o2business.de/campus-networks

Bereit für den nächsten Schritt?

Der Anschluss an ein bestehendes Campusnetz im Industriepark ist einfacher als Sie denken. Mit Network Slicing erhalten Sie die Vorteile eines privaten Netzes ohne die Komplexität und Kosten einer eigenen Infrastruktur.

Private 5G bietet Ihnen ein zuverlässiges Netzwerk, das sich rasch an neue Anforderungen anpassen lässt und Ihr Unternehmen sowohl bei der Bewältigung aktueller geschäftlicher Herausforderungen als auch bei der Verbesserung von Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Wertschöpfung unterstützt.

Wie können wir Sie unterstützen?

Welche Herausforderungen gibt es bei der Implementierung? Und lohnt sich der Einsatz wirtschaftlich? Unser Workshop liefert Ihnen eine fundierte Entscheidungsgrundlage. Wir vermitteln Ihnen nicht nur technologische Grundlagen, sondern zeigen konkrete Anwendungsszenarien und helfen Ihnen, Potenziale für Ihr Unternehmen zu bewerten. Laden Sie den Flyer herunter für Details zu Inhalten, Dauer und Ablauf.

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